Meine Bauchspeicheldrüse ist krank. Welche Untersuchungen erwarten mich?

Der Arzt wird zuerst anhand der Beschwerden, die der Patient ihm schildert, und der körperlichen Untersuchung den Verdacht äußern, dass etwas an der Bauchspeicheldrüse nicht stimmt. Um diesen Verdacht weiter zu erhärten, und die genaue Art der Erkrankung der Bauchspeicheldrüse festzustellen, werden neben einer Blutuntersuchung, eine oder mehrere zusätzliche Untersuchungen, bei denen man das Pankreas abbildet, durchgeführt. Im folgenden Abschnitt sollen die verschiedenen Untersuchungsmethoden, welche zur Ermittlung von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen zur Verfügung stehen, kurz beschrieben werden.



1. Der Ultraschall (Sonographie)

Der Ultraschall ist die einfachste Unter suchung, um ein Bild aus dem Körper zu erhalten. Durch einen Sensor, den der Arzt auf den Körper auflegt, werden Schallwellen in das Innere des Körpers gesendet. Diese werden von den verschie denen Organen wieder zurückgeworfen und vom gleichen Sensor registriert.
Dabei werden die Schallwellen an den einzelnen Organen unterschiedlich stark reflektiert.

So entstehen Bilder, auf denen man die Bauchorgane, wie die Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse erkennen kann. Entsprechend dieser Darstellung des Organs kann man krankhafte Veränderungen erkennen.

Der Untersuchungsgang wird etwa wie folgt ablaufen:
Die Untersuchung wird liegend durchgeführt. Bevor der Schallkopf auf die Haut aufgelegt wird, wird eine Gel aufgetragen, damit der Kontakt zwischen Haut und Schallkopf verbessert wird. Bis auf ein mögliches Kältegefühl durch die Auftragung des Gels, sind weder Schmerzen noch andere Unannehmlichkeiten mit dieser Untersuchung verbunden. Manchmal muss man kurzzeitig die Luft anhalten. Luft im Darm kann die Sono graphie stören oder unmöglich machen. Der Ultraschall hat keinerlei Neben wirkungen.



2. Die Computertomographie (CT)

Dies ist wahrscheinlich die am häufigsten durchgeführte Untersuchung bei Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen. Das Computertomogramm arbeitet mit Röntgenstrahlen. Durch eine Vielzahl von Schnittbildern durch den Körper ist es möglich, einen präzisen Eindruck von der Struktur der Bauchspeicheldrüse und der umliegenden Organe zu erhalten.

Die Untersuchung wird etwa wie folgt ablaufen:
Etwa eine halbe Stunde vor der Untersuchung muss der Patient eine spezielle Flüssigkeit trinken, damit sich der Magen und der Darm später in den Bildern von den anderen Organen gut unterscheiden lässt. Im Röntgenraum liegt der Patient auf einer automatisch verschiebbaren Liege. Über eine Sprechanlage erhält er Anweisungen und Informationen vom Kontrollraum. Die Liege mit dem Patienten wird durch eine ca. 50 cm lange Röhre geführt, dabei werden die Schnittbilder angefertigt. Während der zweiten Hälfte der Untersuchung wird ein Kontrastmittel in die Armvene gespritzt, damit die Gefäße und die Bauchorgane besser dargestellt werden. Auf diesen Abschnitt wird gelegentlich verzichtet. Das Ganze dauert etwa eine halbe Stunde.



3. Magnet-Resonanz-Tomographie (MRI)

Die Magnet-Resonanz Untersuchung (Bild 3) ist eine ähnliche Untersuchung, wie die Computertomographie. Auch hier werden Schnittbilder des Körpers angefertigt. Die Untersuchung verwendet keine Röntgenstrahlen, sondern arbeitet mit Hilfe von sich verändernden Magnetfeldern. Dafür muss sich der Patient in eine Röhre legen und versuchen, möglichst während der Untersuchung ruhig liegen zu blieben. Je nach der Fragestellung lassen sich hier das Gangsystem, die Blutgefässe und das Drüsengewebe des Pankreas besonders darstellen. Da hier mit Magnetfeldern gearbeitet wird, muss der Patient vor der Untersuchung angeben, ob er Metallprothesen oder Metallsplitter aus dem Krieg im Körper trägt. Je nach Technik entsteht bei der Magnet-Resonanz- Tomographie eine Lärmbelästigung.



4. Endoskopische Retrograde Cholangio-Pankreaticographie (ERCP)

Die ERCP dient dazu, einen präzisen Eindruck von den Gallenwegen und Bauchspeicheldrüsengängen zu erhalten. Dies ist eine sehr wichtige Ergänzungsuntersuchung zu den anderen bildgebenden Untersuchungen. Neben der Untersuchung kann bei diesem Verfahren auch gleich eine Therapie durchgeführt werden, zum Beispiel die Entfernung eines Gallensteins, welcher den Gallen- oder Pankreashauptgang verstopfen kann.

Die Untersuchung wird etwa folgendermassen ablaufen:
Zu dieser Untersuchung wird der Patient schläfrig gemacht (sediert), so dass er weniger davon spürt. Dies bedingt, dass der Patient sechs Stunden vorher nichts isst oder trinkt (nüchtern ist). Am Vorderarm wird ihm eine Venenkanüle eingelegt, über welche er die einschläfernden Mittel, ein Antibiotikum und andere Medikamente vor und während der Untersuchung erhält. In Seitenlage wird dem Patienten schliesslich wie bei der Magenspiegelung ein Endoskop über den Mund eingeführt. Dieses wird bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Über einen Bildschirm sieht der Untersucher, wo sich die Spitze des Instruments befindet. Dort wo die Gallengänge in den Zwölffingerdarm münden, wird ein kleiner Schlauch aus dem Endoskop-Ende ausgefahren und in den Gallengang/Pankreashauptgang eingeführt.

Dann wird über den Katheter ein Kontrastmittel gespritzt und die so dargestellten Gänge geröntgt.